Mein Leben für die "Schwarze Kunst"

Die DRUCKWERKSTATT will die überlieferte Buchdrucktechnik für die Zukunft bewahren. Aus Erfahrung mit jungen Mitarbeitern in unserer Branche habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass nur noch unvollständige oder gar keine Kenntnisse über diese Buchdrucktechnik vorhanden sind. Daher lag es nahe mit alten Geräten und Maschinen eine Druckerei unter dem Namen "Die Druckwerkstatt" einzurichten. Die Räumlichkeiten waren vorhanden, was fehlte war das entsprechende Inventar. Zum Teil waren noch einzelne Objekte von Huber-Druck vorhanden, aber es zeigte sich rasch, dass in der Vergangenheit zu großzügig ausgemustert und verschrottet wurde. Dies ist einerseits aus Platzgründen aber auch andererseits aus dem noch fehlenden Bewusstsein für das Bewahrende geschehen. Die Aufgabe die fehlenden Objekte zu beschaffen, um einen logischen Überblick zu vermitteln, war äußerst interessant. Auf der Suche danach war ich erstaunt was auf diesem Gebiete so alles angeboten wurde. Durch Empfehlungen und Hinweise fand ich geeignete Objekte fast in ganz Süddeutschland.

Die nächste Aufgabe war dann diese Maschinen in die DRUCKWERKSTATT zu transportieren. Im Falle der Planeta-Stoppzylinderpresse war es notwendig, diese Maschine total zu demontieren, um aus den beengten Räumlichkeiten herauszukommen. Dazu benötigte ich Fachleute, die in der Lage waren solche Aufgaben zu bewältigen. Auch entsprechendes Montagegerät war vonnöten.

Nachdem alles wohlbehalten hier eingetroffen war, ging es darum alles fachgerecht aufzubauen und funktionsfähig zu machen. Grundsätzliches Ziel ist es gewesen nicht nur alte Stücke zu sammeln, sondern diese in funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Es ist uns gelungen; alle Objekte können in praktischem Betrieb vorgeführt werden.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen fleißigen und hilfsbereiten Helfern recht herzlich bedanken. Ich halte es für angebracht alle namentlich zu erwähnen: Wolfgang Schneider, Reinhard Beigel, Manfred Vögtle (Druckmaschinen), Ludwig Hartmann (Linotype-Bleisetzmaschine), Egon Rotter (Handsatz und Linotypesatz), Markus Weick (LKW-Transporte). Danken möchte ich auch Herrn Heck von der Heidelberger Druckmaschinen AG, für die kostenlose Überlassung eines Montagegerätes.

Bleibt zu hoffen, dass durch die DRUCKWERKSTATT Erhaltenswertes gepflegt und für die Zukunft bewahrt bleibt.

Karl Huber,

Bad Schönborn, April 2002